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Vorwort.

Die Arbeit, deren erster Teil hiermit erscheint, beabsichtigt ein auf kritischer Betrachtung beruhendes Bild der ersten occidentalischen Sammlung von morgenländischen Erzählungen, der traditionell sogenannten Disciplina Clericalis (die Handschriften sagen gewöhnlich Clericalis disciplina) zu geben, ihren Grundtext und ihre französischen Bearbeitungen in einer modernen Anforderungen entsprechenden und dem handschriftlichen Material gerecht werdenden Form, der sie so lange entbehrt haben, zu veröffentlichen und die Stellung des für die erzählende Litteratur des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit so wichtigen Textes in dieser Litteratur darzulegen.

Unser Unternehmen ist ursprünglich aus den Beschäftigungen des Unterzeichneten mit der spätmittelalterlichen Novellistik hervorgegangen. Als ich den Einfluss der Disciplina auf diese Litteratur untersuchte, fasste ich, schon vor vielen Jahren, den Plan, zuerst eine Neuausgabe der französischen Übersetzung des XV. Jhdts auf Grund der noch nicht veröffentlichten Kopenhagener Hs zu veranstalten. Ein genaueres Studium verschiedener Hss der zwei französischen poetischen Versionen legte den Gedanken nahe, auch diese einmal kritisch herauszugeben, und da ich schliesslich in Frankreich und Italien eine Anzahl der lateinischen Hss kollationierte, wurde es mir klar, dass die Arbeit mit dem Originaltext anfangen müsste.

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Mein Freund Kr. Nyrop in Kopenhagen teilte mir mit, dass der viel früher von ihm und seinem inzwischen verstorbenen Lehrer Tor Sundby entworfene Plan zu einer ähnlichen umfassenden Gesamtdarstellung über die Disciplina nicht zur Ausführung kommen werde, und das von den dänischen Gelehrten gesammelte und hauptsächlich aus verschiedenen, von Sundby gemachten Abschriften und Kollationen bestehende Material wurde zu meiner Verfügung gestellt. Jedenfalls hätte ich nicht an eine kritische Ausgabe des lateinischen Textes denken können, da mir die hierzu notwendigen speziellen Voraussetzungen abgingen. Mit Freude begrüsste ich es deswegen, als dr Alfons Hilka in Breslau mir seine Mitarbeit erbot. So gingen wir zu Werke, indem wir eine systematische Untersuchung sämtlicher von uns ermittelter Hss vornahmen. Eine Menge von diesen haben wir persönlich in vielen Bibliotheken Europas kollationiert, einige wurden (auch die von Turin und Uppsala) entgegenkommend nach Breslau gesandt, das übrige konnte durch gütige Vermittlung freundlicher Mithelfer

und durch Anschaffung von Photographieen erledigt werden. Wir hoffen, dass das Zustandekommen eines kritischen Textes und einer Übersicht über das vorhandene wol jedenfalls annähernd vollständige Material die auf diese Arbeit niedergelegten nicht geringen Opfer von Zeit, Mühe und Umkosten verlohnt haben wird.

Die ganze textkritische Arbeit, das Glossar und die sprachlichen Bemerkungen sind dr Hilka zu verdanken. Zusammen haben wir die Gruppierung der Hss entworfen, und für die methodische und praktische Anordnung sowie für die Korrektur teile ich mit meinem Mitarbeiter die Verantwortlichkeit.

Wir stehen bei einer grossen Menge von Fachleuten und Biblioteksvorständen für tatkräftige Hilfe in Schuld. Ich nenne hier besonders, ausser Prof. Nyrop, Herrn Konservator an der Bibl. Nat. in Paris H. Omont, Proff. Pio Rajna und Schiaparelli in Florenz, Prof. Contessa in Ivrea, dr Barrios in Barcelona, der uns bei der Anschaffung einer Photographie der spanischen Hs behülflich war, Prof. Skutsch in Breslau, der sich für mehrere Textstellen interessierte und die Berichtigungen und Nachträge beträchtlich bereicherte, Magister phil. Reims in Helsingfors, der zwei Wiener-Hss kollationierte.

Der zweite Teil dieser Veröffentlichung wird den französischen Prosatext bringen, der dritte eine kritische Ausgabe der beiden französischen Versbearbeitungen und der vierte schliesslich wird eine Untersuchung über die litterarhistorische Bedeutung der. Disciplina Clericalis enthalten.

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EINLEITUNG

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I. Das handschriftliche Material.

Wir geben hier zunächst ein Verzeichnis der von uns benützten Handschriften, nach Ländern geordnet.

Spanien.

1. Barcelona, Archivio General de la Corona de Aragon Nr. 123, fol. 56-71. Perg. Ende XIII. Jhdts. (Barc).

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Der Anfang ist eigentümlich überschrieben: Iste liber uocatur spichmergayl usualiter apud nos sed ut in titulo continetur nomen eius est ex re id est clericalis disciplina. Dixit Petrus adeuultus seruus xpi ihesu compositor huius libri. Schluss: Finito libro sit laus et gloria xo. Qui scripsit scribat semper cum Domino viuat. Amen.

Die Hs enthält auch die Chronik des Martinus Polonus. Neues Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde VI (1881), 388.

Italien.

2. Rom, Vaticana Reg. lat. 395, fol. 116-123v. Perg. XIV. Jhdt. (R). Adsit principio Sancta Maria meo. Liber Petri Alfunsi de prouerbiis arabicis et castigacionibus philosophorum et animalium atque volucrium similitudinibus et uocatur iste liber Clericalis disciplina. Unvollständig, schliesst mit: Transactis uero aliquot diebus prouiso tempore (unser Text

S. 36,3).

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Die Hs enthält ausserdem: Tractatus de virtutibus. Liber poenitentiae R. Canonici S. Victoris Parisiensis. Liber Ioannes Belet de officiis eccle

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