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Ebert,

Itinher schok, sah ich mit Vergnügen,
(Obwohl auf mich nicht Einer fiel.)
Mun auf ein einzig würdig ziet
Mir Blik beschwingte Pfeile fliegen,
Und des getroffnen Jünglings Herz,
Froh über seinen süßen Schmerz
Und stolz, zu Deinen fußen liegen,

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Dies führte meiner Phantasei.
Auf der Erinn'rung luft'gem Wagen
Manch Bild der Jugend schnell herbei;
Und ihres Pinsels Zauberei
Schuf mir das Alte wieder neu,
Ind mahlt in meines Herbstes Tagen
Mir meinen blúthenreichen Mai.
Da sah ich Deiner Mutter Siege
Durch jenen Liebreiz ihrer Züge,
Die jeßo noch so mächtig sind,
Daß ihnen - (teine Dichterlüge !)
Der Zahn der Zeit nichts abgewinnt.
Ich sah sogar auch - Deine Wiege
Mit Deinen Puppen, liebes Kind;
Und manche Luft der spåtern Jahre,
Die in der Freundschaft sanftem Schoob
Ich unter euch so oft genoß.
Doch sah ich auch, was, ach! nicht bloß
Ein Bild war,

- meine grauen Haare;
Das welke Herbstlaub, spåtrer Jahre!

=*

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Und dennoch wünscht ich mehr zu rehn,
O warum brauch' ich langer Reise,
Um dort in Deiner Freunde Kreise
Dein Hochzeitfest mit zu begehn!
O tönnt' ich auf der Sehnsucht Schwingen
Mit meinem Weibchen, welches heut
Sich deiner Freude mit mir freut,
Echnell durch die Lüfte zu Dir dringen!
Dann würden wir in Deinen Kranz
Auch unser Myrtenreischen schlingen;
Und jene würd' im Reihentang

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Doch, wenn ich noch so viel verhießen
Und meine Wünsche Reigen ließe;
Umsonst! - Ein Amt beschwert die Füße
Mit einem zentnerschweren Bley;
Und davon macht kein Wunsch sie frei.
Zwar hat die Feie Phantasei,
Wie die Erinn'rung, ihren Wagen;
Und der kann weiter, schneller tragen,
Als Eures Blanchard's Stümperei. **)
Doch der auch wvid mir nicht behagen,
Weil ungern mein noch ird'scher Geift
Getrennt von seinein Körper reis't.
Jedoch er wird in seinem feinen
Mehr geist'gen Körper euch erscheinen;
Wenn ins Geheimniß unsrer Zeit
Jhr nur gehörig eingeweiht
and achte Geifterfeber reid.
Ja, ohne mid erst zu beschwören,
Sollt Ihr mich fühlen, fehn, und hören.
Allein dabei gelob' ich Euch,
Durch keinen bösen Roboldstreich,
Dem Ehenfeind' Asmodi gleich,

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Der

*) und Freunden, die auch mich verjången
S. hagedorni's Ode, der ulte, wo es in der vierten
Stropbe beist:

„Berjungende Freunde, hier trink' ich mit Ehrent."

**) Als Eures Blanchard's re. der vort nicht lange vors

Her eine Luftreise gethan hatk.

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Ebert.

Der Freuden Harmonie zu ftdren;
Nein, wie ein guter Geist, mit Euch
Sie zu genießen und zu mehren.

Wenn Dein Geliebter, holde Braut,
Ins Ohr Dir zártlich und vertraut
Die fußen Schmeicheleien girret;
und dann ein fremder leiser Laut,
Bravissimo! dazwischen schwirret:
Co wiß, (wenn noch was fremdes Dir
Dann hörbar ist,) es timmt

von mir.

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Wenn drauf von Deinen Freunden allen
Glückwünsche Dir entgegen Schallen;

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Man ringt, Dir Deinen Kranz zu rauben.
Doch mehr als einer Nadel Stich,
Die ihn beschüben, rachet Dich.
Man wird Dich selber duldig glauben:
Du bist es nicht. Nein! Eigentlich
(Denn solche kleine Neckereien
und Tücken find ja, dúntet mich,
Auch guten Geistern zu verzeihen:)
Kurz, der sie richtete,

bin ich

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G 8 dk i n g k.

6&ding.

S. 5. I. S. 58. --- Der größte Theil seiner poetischen Werke besteht aus Episteln, und diese sind fast alle meisterx haft in ihrer Art. Mit der leichtesten Freiheit des Gedans kens und des Vortrags vereint sich in ihnen die treffendste Stårke des innigften Gefühls sowohl als des feinen Spottes und der weiseften Belehrung. Ihr Ton ist sehr verschieden; unter allen aber scheint mir keiner so viel Neuheit und Intes resse zu haben, als der, den ich hier zur Probe mittheile.

An seinen Bedienten.

Endlich muß ich doch es einmal sagen,
Was ich långer nicht versdyweigen kann.
Treuer Heinrich)! Bon den guten Tagen,
Die du hatteft, naht der lebt heran !
Tåglich siehst du ntachsen meine Jungen
Und die Zahl von ihren Foderungen,
Aber, Heinrich, meine Renten nicht.
Kahl gebürstet hast du meine Kleider,
Und mein Hut, du weist es selber, bricht.
Dennoch, wie so oft du auch den Schneider
Rufest, riefst du doch für mich ihn nicht.
Uber, wenn ich in dem alten Rocke
So da steh' an dem Sienettenbaum,
Und die Jungen kommen auf dem Stocke,
Meinen Aftenriemen ftatt den Zaum,
Ihrer Mutter Strumpfband statt der Peitsche,
Ungeritten ha! das geht durchs Mart!
Pille reiche Kleider, die der Deutsche
Von Paris holt, sind dagegen Quark !

Wie du weißt, verschentt' ich meinen Blessen;
Und dod) war der Blesse mir so werth!
Für den Hafer, den er sonst gefrenien,
Kauft' ich Frißen manch gemahltes Pferd;

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